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Schulaktivitäten

Informationsveranstaltung zum Thema "Islam"

Am Mittwoch, den 06.05.2015, hatte die Fachkonferenz Religion alle interessierten Lehrerinnen und Lehrer des BBZ zu einer Infoveranstaltung zum Thema „Islam“ eingeladen. Als Referent konnte Herr Mustafa Cimsit, der Vorsitzenden des Landesverbandes der Muslime „Schura“ Rheinland-Pfalz gewonnen werden, der bei seinem Vortrag von Frau Misbah Arshad unterstützt wurde.

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter, Herrn OStD Merten, gab Herr Cimsit zunächst einen kurzen Einblick in seine tägliche Arbeit und seine vielfältigen Tätigkeitsbereiche.

Den Vortrag leitete er dann mit der Aufforderung zu einem gemeinsamen Brainstorming zu den Oberbegriffen „Islam“ und „Christentum“ ein.

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Beim anschließenden Vergleich der Ergebnisse zeichnete sich ab, dass mit dem Christentum in der Mehrzahl Werte wie „Freiheit“, „Gnade“, „Vergebung“, „Toleranz“ oder „Nächstenliebe“ in Verbindung gebracht werden, während der „Islam“ eher mit negativ besetzten Aspekten wie „Zwang“, „Gewalt“, „Unruhe“, „Unheil“ verknüpft wird.

Herr Cimsit verdeutlichte, dass die Debatte um eben diese markanten Gegensätze auch im Bewusstsein der Gesellschaft dominiert; die weltweiten Ereignisse seit dem 11.09.2001 und vor allem die mediale Berichterstattung darüber beeinflussen die Wahrnehmung, indem der Islam meist im negativen Kontext zum Thema wird. Auch im schulischen Umfeld würde das Thema Islam - mit Ausnahme des Religionsunterrichts - häufig dann aufgegriffen, wenn Konflikte auftreten. Diese Tatsache führe insbesondere bei muslimischen Jugendlichen, die zwischen unterschiedlichen Kulturkreisen aufwachsen, zu einer Überforderung. Sie würden mit einem negativen Bild der Muslime bzw. des Islam konfrontiert, das sie nur schwer einordnen können und das sehr belastend für sie sein kann. Nicht selten suchten Jugendliche Antworten auf die Frage „Was ist jetzt eigentlich wahr?“ entweder in ihrem zum Teil traditionsbehafteten konservativ-muslimischen Umfeld oder aber auf fragwürdigen Internetseiten, die sie völlig unreflektiert konsumieren. Dadurch würden Ängste geschürt, denen man nur durch eine konstruktive und qualitative Auseinandersetzung mit dem Islam entgegentreten könne.
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Im Anschluss an diesen interessanten Vortrag nahmen sich Frau Arshad und Herr Cimsit viel Zeit für die Beantwortung von Fragen aus dem Plenum. Dabei wurden u.a. die Unterscheidung von Kulturpflege und Religionsausübung, der sensible Umgang mit religiös-kulturell bedingten Schamgrenzen, der individuelle Entscheidungsrahmen von Muslimen in verschiedenen religiösen Bereichen, z.B. Sonderregelungen und Ausnahmen beim Fasten, sowie Gebetszeiten thematisiert .